Neujahrsempfang beim TSV

110 Jahre TSV – aus Tradition modern. Als Sportverein verstehen wir uns als soziale Wertegemeinschaft, die das Fair Play allem voranstellt und damit ein wohltuendes Gegenmodell zum schnelllebigen und hektischen Alltag in der heutigen Zeit darstellt. Respekt gegenüber dem Anderen, ungeachtet seiner Hautfarbe, Herkunft, Religion, Geschlecht, sexuellen Neigung, Beruf, Wohlstand – als Sportler sind wir alle gleich; Selbstverwirklichung im Sport durch Förderung der eigenen Talente aber niemals auf Kosten der Gruppe und Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und das nicht nur im Sport sind Maxime, die uns zusammenhalten. Man kann den TSV als Familie oder besser noch als Ehe bezeichnen. Dies ist ein Gegenmodell zu Zeitgeist verkörpernden Sportstudios, wo jeder egoistisch für sich trainiert, solange er aktiv ist, erhöhte monatliche Beiträge entrichtet, aber sonst keinerlei Verpflichtungen eingeht. Im Sportverein unterstützt man durch seine Beiträge im Alter die Aktivtäten der nächsten Generation – wie in guten so in schlechten Zeiten bis das der Tod uns scheidet.

Seit einigen Wochen haben wir beim TSV eher schwierige Zeiten, was evtl daran liegt, dass ich als Vorsitzender im verflixten 7. Jahr bin. Vor Weihnachte ist die gute Seele des Vereins, Hermann Lübke schwer erkrankt, dem wir auf diesem Wege gute Besserung wünschen. Dann hat uns an Sylvester mit Hugo Kunkelmann eine Ikone des Richer Sports für immer verlassen. Hugo war in den Nachkriegsjahren beim Feldhandball ebenso eine Stütze wie im Turnen und in der Leichtathletik und später als Torwart unserer Fußballmannschaft, seit nunmehr 69 Jahren im Verein. Am 3. Januar bekamen wir dann Besuch von Burglind, die unser Dach zum Nachbarn rübergetragen hat. Selbst unsere Sportplatzeiche, die dieses Jahr 50 Jahre alt wird, wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zu guterletzt haben wir den Verlust von August Adam Heberer zu beklagen, der heute für die längste Mitgliedschaft von 72 Jahren hätte geehrt werden sollen. Bäckerei Heberer, eine Richer Institution wie der TSV, hatte letztes Jahr bereits ihr 110 jähriges Jubiläum in der 4. Generation, dem Verein immer treu. Offensichtlich brauchte man damals zunächst eine gute Nahrungsversorgung bevor man mit dem Sport beginnen konnte.

Um die Traditionen des Vereines in Ehren zu halten, hat der Vorstand aus Anlass des 100 jährigen Jubiläums die Ehrenordnung mit einer diamantenen Ehrennadel für über 65 Jahre Mitgliedschaft erweitert. Diese soll heute an alle Vereinsmitglieder überreicht werden, die diese beachtliche Leistung erfüllt haben. Durch den 2. Weltkrieg kam der Sportbetrieb zum Erliegen, so dass in den Nachkriegsjahren besonders viele Vereinszugänge registriert wurden, s.d. ich das Vergnügen habe, heute 15 Personen auszuzeichnen, die zwischen 1946 und 1950 dem TSV beigetreten sind. Ludwig Walter war das letzte Mitglied mit einem Eintritt vor dem Kriege und mit 80 Jahren Mitgliedschaft Rekordhalter beim TSV.

Entgegen der Tradition von großen Festen bei runden Geburtstagen haben wir leider kein freies Wochenende zwischen Fußball WM und 1275 Jahrfeier von Groß-Umstadt gefunden, s.d. der Vorstand sich entschieden hat in 2019 eine 111 Jahrfeier zu organisieren. Für 2018 planen wir eine Sportlerehrung im Zusammenhang mit unserer Jahreshauptversammlung am 23.3., unteranderem unsere bisher einzige Europameisterin, Tilda Novotny, die mit der U17 Damennationalmannschaft in 2016  erfolgreich war. Die Ehrungen werden von einem Überraschungsgast aus dem Profibereich vorgenommen. Pfingsten findet das bisher größte Jugendturnier des TSV statt und im Oktober werden wir dann noch traditionell die Kerb veranstalten, vielleicht auch mit einer Überraschung, die nicht ganz so traditionell ist – mehr dazu später im Jahr.