Die hier stehende Geschichte des TSV Richen wurde der Chronik des TSV Richen anlässlich der 100-Jahr-Feier entnommen. Wir bedanken uns bei Olga Brewer, Gunda Heß, Hedi Heß, Katja Köbler, Dagmar Röhl, Ludwig Brenner und Hans-Peter Dvorak, die die Informationen für diese Chronik zusammen trugen und notierten.

Unsere Ehrenmitglieder

Ehrenvorsitzender Arnd Spallek
Ehrenmitglieder
Dieter Heberer – Fußball
Philipp Lehr – Tischtennis
August Roth – Fußball
Hedi Heß – Theater

Zu den markanten Initiativen gehören:

1978 Erstellung einer Flutlichtanlage

1980 Errichtung eines Ballfangs

1981 Sanierung Sportheim (Duschen etc.)

1982 Erstellung einer Drainage Ausweichplatz

1984 Erneuerung der Elektroanlage im Sportheim

1987 Sportplatzneubau

1988 Beregnungsanlage Sportplatz

1988 Drahtzaun um das Sportgelände

1989 Verbesserung der Flutlichtanlage

1990 Errichtung einer Pergola am Sportheim

1990 Umbau der Toiletten am Sportheim

1990 Überdachung Vorraum Sportheim

1992 Renovierung Sportheim im Außenbereich

2001 Bau eines Kleinspielfeldes mit Flutlicht und Beregnung

2004 Renovierung der Gaststätte und Einbau einer Gaszentralheizung

2006 Neubau einer Großkabine mit Duschanlage

Ein Verein wird 100 Jahre jung
Turn- und Sportverein 1908 Richen e.V.

Ein Auszug aus der Chronik zum 100-jährigen Bestehen des TSV 1908 Richen e.V.

Ob sich die Gründer des Turn- und Sportvereins im Jahre 1908 vorstellen konnten, dass der Verein einmal sein 100jähriges Jubiläum feiern könnte, ist nicht bekannt. Skepsis und Misstrauen bekundete die Richer Bevölkerung den jungen Männern gegenüber, die im September 1908 aus ihrer sportlichen Begeisterung heraus einen geschichte_chronik_1908Verein gründen wollten. Ein Teil des sportlichen Drangs der damaligen Jugend wurde bereits im Fußballspiel ausgedrückt. Daneben waren schon einige Turner im Turnverein Groß-Umstadt aktiv und besuchten zweimal die Woche die Turnstunde in der Turnhalle der damaligen Realschule. Die Gründungsversammlung fand im Gasthaus „Zur Sonne“ (heute Haus Matthäus, gegenüber dem Saalbau) von Heinrich Wörner statt, der zeit seines Lebens ein großer Gönner und Förderer des Vereins war. Man wählte Georg Wolf IV zum ersten Vorsitzenden. Den entscheidenden Anstoß zur Gründung gab das damalige Odenwald-Gauturnfest im Juli 1908 in Groß-Umstadt. Weitere Gründungsmitglieder, die sich überzeugt der guten Sache des Sports hingaben waren Adam Storck I, Wilhelm Steiner, Philipp Ohl, Georg Heyl IV, Heinrich Kissel, Adam Storck II, Heinrich Dyroff, Georg Ohl, Franz Wörtche, Ludwig Stockert und Wilhelm Weiß.

Der Verein ehrt seine Gründer. 50-jähriges Jubiläumsfest 1958.
Der Verein ehrt seine Gründer. 50-jähriges Jubiläumsfest 1958.

Die ersten Eintragungen der Vereinschronik unseres Turn- und Sportvereins 1908 Richen datieren aus dem Jahre 1924.

Durch eingetretene unglückliche Umstände – mit diesen ist der erste Weltkrieg gemeint – sind die ersten Protokollbücher abhanden gekommen. Ein von der Generalversammlung gewählter Ausschuss versuchte, soweit es sich ermöglichen ließ, den Beginn aus der Vergangenheit wieder zurückzurufen und in einer Chronik die Entstehung, Entwicklung und Geschichte des Vereins festzuschreiben. Der Verein zählte zur damaligen Zeit 30 Mitglieder. Da er vollständig mittellos war, wurde die Beschaffung von Turngeräten so gut wie unmöglich. Ein Ersuchen um finanzielle Unterstützung an den Gemeinderat wurde beleidigt zurückgezogen, da man eine Garantie für ein 10jähriges Bestehen des Vereins zur Bedingung machte. Ein Spendenaufruf in der Gemeinde und ein zinsloses Darlehen von Heinrich Wörter ermöglichte dann die Anschaffung der ersten Turngeräte (Barren, Reck, Pferd). Trotz sportlicher Erfolge der Turner war es dem Verein nicht möglich, sich die gebührende Achtung in seiner Heimatgemeinde zu erwerben. Akute Geldschwierigkeiten erschwerten die Arbeit zusätzlich.

1911

bewarb man sich trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb für den Frühjahrsturntag, dem der Turngau entsprach. So fand unter einer stattlichen Turnerschar aus dem Gau am 20. Mai 1911 das erste Turnfest in Richen statt. Dieses hinterließ einen derart großen Eindruck auf die hiesige Bevölkerung, dass die Existenz des Vereins für die Zukunft gesichert schien.

1912

gelang es bereits einigen Turnern bei auswärtigen Turnfesten in die Reihen der ersten Sieger aufzusteigen.

1913

stellte der Turnverein Richen die Musterriege des Gaus, die unter fünfzig Gauriegen keine Konkurrenz hatte.

1914

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges und die Einberufung der besten Turner legte die Vereinsarbeit völlig lahm. Schon in den ersten Kriegsmonaten verlor der Verein aus den Reihen seiner besten Turner Heinrich Wörtchen, Heinrich Oho, Philipp Steiner, Georg Hebere, Heinrich Saal und Fritz Haller. Der Turnbetrieb konnte nur mäßig aufrecht erhalten werden. Außerdem verstarb 1918 der große Förderer des Vereins, der Gastwirt Heinrich Wörner.

1919

geschichte_bild_1919Bedingt durch innerörtliche Streitigkeiten (Bürgermeisterwahl) musste der Verein eine weitere existenziell kritische Phase überstehen. Es wurde versucht den Verein in zwei Parteien zu sprengen, man verlor Mitglieder und musste Vereinslokal und Turnstätte wechseln.
Doch es ging mit neuer Tatkraft in die 20er Jahre. Es wurde zusätzlich zu turnerischen Tätigkeiten das Theaterspiel zur geistigen Ertüchtigung der Jugend in das Vereinsleben aufgenommen. Bereits im Jahre1919, so die Chronik, kam es zur ersten Aufführung des Theaterstücks „Der Kaktusfreund“ im Saal des Gasthauses „Zum Löwen“ (Beim „Hannwennel“, ehemaliges Gemeindehaus in der Dorfstraße). Alljährlich in den Wintermonaten führten Vereinsmitglieder Theater- und Volksstücke auf, die in der Bevölkerung großen Anklang fanden. Zunehmend begeisterte sich die Jugend auch für das Wandern.

1923

gründete man eine Wanderabteilung, die sich dem „Bund Hessischer Jugendwandervereine“ mit Sitz in Groß-Umstadt anschloss. Die Anregung kam von den Turnern: Georg Wolf, Fritz Kissel, Adam Storck, August Wolf.

„…wer recht in Freuden wandern will, der geh´der Sonn entgegen!“ So und anders zogen nun öfter fröhliche, junge Leute sonntags zum Dorf hinaus. Nach und nach konnten auch Mädels als Mitglieder gewonnen werden. Es formierte sich eine Wanderkapelle, die das Wandern noch „verschönerte“. Der Verein blieb weiterhin rührig. Das Schwimmen wurde als weitere Leibesübung in den Sportbetrieb aufgenommen.

1925

Am 01. August 1925 konnte nach großen Bemühungen des Vereins mit einem großen Festzug Richtung Groß-Umstadt der Eisweiher der „Schwanen Brauerei Gans“ an der „Pferdsbach“ als Schwimmbad eingeweiht und in den Sommermonaten genutzt werden. Erster Schwimmwart war Philipp Ohl.

1928

bekam der Verein einen neuen, kräftigen Anstoß und ein reiches Betätigungsfeld, den Handballsport. Erstmals im September 1928 meldete man eine Mannschaft zu den Pflichtspielen des Turngaus.
Die Spieler: Ludwig Arnold, Philipp Steiner, Ludwig Müller, Wilhelm Georg, Wilhelm Arnold, Georg Hirschel, Karl Wamser, Fritz Kissel, Georg Wolf, Zulauf verhalfen dem Verein durch gute Leistungen innerorts und auch über die Heimatgrenzen hinaus zu größerem Ansehen. Bedingt durch diese Sportart, konnte die Mitgliederzahl von 68 erreicht werden.

1929

Die Feldbereinigung war abgeschlossen und der Gemeinderat stellte erstmals in der Nähe des Dorfes einen Sportplatz zur Verfügung. „Hinnerm Rinnerstall“ (heutiges Baugebiet am Sportplatz). Großzügig geschichte_laeufer_1929gegenüber dem Gründungsjahr! Von nun an konnte man sich der Begeisterung und der Wichtigkeit des Sportes innerhalb der Bevölkerung nicht mehr entziehen und war fortan dem Verein wohlgesinnt. Obwohl immer noch einigen Zauderern auf die „Sprünge“ geholfen werden musste.

Zitat:
Ph. Ohl: „Ihr misst turne gäi, damit ihr gelengisch wärd un nit es Boa brecht, wenn ihr vum Haawache springt.“ Ein Höhepunkt besonderer Art war bei den alljährlichen, heimischen Turnfesten der „Lauf rund um Richen“. Es wurde ein Preis ausgesetzt, den es galt in sportlichem Kampf jedes Jahr neu zu gewinnen.

1932

12. April, Vorstandssitzung bei Turner Fritz Burkhardt, Gastwirtschaft
Anekdote: Wegen öffentlicher Beleidigung des Spielwarts Fritz Kissel durch Hch. Georg stellte Fritz Kissel sein Amt zur Verfügung. Der Gesamtvorstand fasste den Beschluss, dass Kissel sein Amt unbedingt im Interesse des Vereins weiterführen müsse und Turner Hch. Georg sollte zur Zurücknahme der Beleidigung gezwungen werden. Der Turner Hch. Georg erklärte daraufhin seinen Austritt aus dem Verein.

1933

feierte man das erste große Vereinsjubiläum. Der Verein wurde 25 Jahre alt und dieses Fest blieb bei den Turnern und in der Bevölkerung in guter Erinnerung.

1935

wurde aus Spielermangel (Wehrpflicht) heraus eine Handballmannschaft aus den Vereinen Klein-Umstadt und Richen gebildet.

1939 – 1945

tobte der 2. Weltkrieg und der Sportbetrieb ruhte. Auch dieser Krieg forderte seine Opfer aus den Reihen der Turner.

1946

wurde unter der Leitung der Militärverwaltung durch die 48 Mitglieder ein neuer Vorstand bestimmt.
Nach dem 2.Weltkrieg waren bei dem weiteren Sportbetrieb große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Beschaffung von Handbällen, Schuhwerk und Sportkleidung war so gut wie unmöglich. Fahrräder und intakte Bereifung waren Mangelware. Zu auswärtigen Turnfesten und Handballspielen zu kommen, stellte die Sportler vor eine große Herausforderung. Auch die mangelnde Ernährung machte es einigen Jugendlichen nicht möglich Sport zu treiben.

1949

geschichte_theater_1949im März wurde das Theaterspielen wieder aufgenommen. Ebenso bekam der Sportplatz einen Geräteschuppen und Sitzbänke für die Zuschauer. Der Saalbau wurde zur festen Stätte von Turnstunden. Dort fanden am Abend auch Siegerehrungen mit anschließendem Tanz statt.

1953

Georg Hirschel
Georg Hirschel

Anekdote: Nach dem gelungenen Theaterabend an Ostern, es wurde das Kriminalstück in 3 Akten „Das Haus im Moor“ aufgeführt, sollte das Tanzbein geschwungen werden. Das Tanzvergnügen fiel aber durch die unzulängliche Musik-Übertragungsanlage der Firma Kuss aus Groß-Umstadt ins Wasser. Das ältere Publikum verließ fluchtartig den Saal. Aus diesem Grund kann nur der erste Teil des Abends als Erfolg gewertet werden. So die Chronik. Als einem großen Turner und Idealisten über Jahrzehnte hinweg, gebührt hier die Ehre dem ehemaligen Turn- und Oberturnwart sowie Ehrenmitglied Georg Hirschel. Der Verstorbene, selbst ein guter Turner, war bis ins hohe Alter stets der Jugend ein echtes Vorbild. Vermutlich keiner hat die Turnerei im Verein in Richen so gelebt und geprägt wie er. Keine Generalversammlung und kein Turnfest, das nicht mit dem Lied „Turner auf zum Streite …“ begann. Mit meist vier talentierten, jungen Leichtathleten sowie mit der Leichtathletin Marlene Kunkelmann besuchte er über Jahre regelmäßig Gau- und Landesturnfeste, bei denen diese oft sehr erfolgreich waren.

1956

geschichte_gruenderzeit_tischtennisSechs gleichgesinnte, junge Männer setzten neue, weitere Akzente im Verein. Sie gründeten die Tischtennisabteilung. Es waren dies: Albert Wolf, Walter Trautmann, Konrad Lehr, Ferdinand Klein, Hans Kotjan, später Philipp Lehr und Ernst Hirschel. Diese formierten sich nach und nach zu einer leistungsstarken Mannschaft.

1958

14./15./16. Juni feierte man das 50jährige Jubiläum mit neuem Fahnenbanner. Zu diesem waren Turnfreunde aus der Pfalz eingeladen. Als Festprogramm turnte eine Auswahl der Odenwald-Riege einen Schaukampf an den Geräten. Gymnastik-Vorführungen wurden unter der Leitung von Georg Hirschel und Marlene Kunkelmann dargeboten.

1961

Nachdem die Handballmannschaft aufgehört hatte zu existieren, setzten sich bei der Jugend Bestrebungen nach einer anderen Rasensportart durch, dem immer aktueller werdenden Fußballspiel. Im Juli erfolgte die Gründung der heutigen Fußballabteilung in der Gastwirtschaft „Zum Hopfengarten“, woran Dieter Heberer einen erheblichen Anteil hatte. Erster Abteilungsleiter wurde Peter Kalberlah. Die Mannschaft setzte sich aus folgenden Spielern zusammen: Catzel Stanko, Kubiert Stanko, Otto Heß, Horst Walter, Franz Michler, Hugo Kunkelmann, Martin Reich, Hansel Ginsel, Dieter Heberer, Jupp Reichel, Arndt Spallek. Trainer war Friedel Balmert aus Groß-Umstadt.

1962

geschichte_arbeiten_1962erfolgte der erste Spatenstich zur Erschließung eines neuen Sportgeländes. Unter Anwesenheit des Bürgermeisters, Gemeinderates, Vertreter von TSV und Fußballern schritt man zur Tat. Anschließend wurden in Eigenleistung Drainagegräben ausgehoben. Im selben Jahr folgte der Eintrag als Turn- und Sportverein 1908 Richen in das Vereinsregister. Somit konnte man einen Antrag auf Zuschüsse für das Sportgelände stellen. Der TSV machte einen Gegenbesuch bei den Sportfreunden in Otterbach/Pfalz.

1963

vom 6. – 8. Juli konnte die feierliche Sportplatzweihe in Verbindung mit Feuerwehrfest und einer neuen Richener Fahne begangen werden. Vom 14. – 21. Juli entsandte der TSV vier Teilnehmer zum Deutschen Turnfest nach Essen. In diesem Zeitraum entstand auch das erste Sporthaus mit Umkleide- und Duschkabinen auf dem Sportgelände.

1964

kam es zur Spaltung der Fußballmannschaft. Durch Differenzen setzten sich die Spieler der Gustav-Hacker-Siedlung ab und gründeten „Schwarz-Weiß Groß-Umstadt“. Es gelang dem TSV mit allen Kräften weiter zu machen, wobei es „Schwarz-Weiß“ auch sehr schwer hatte, zu überzeugen.

1966

Die Gemeinde feierte auf dem Sportplatzgelände ihre „700 Jahre Richen“, 1200 Jahre „fluvio ricchina“ vom 9. – 11. Juli in Verbindung mit 75 Jahre Männergesangverein „Eintracht“. Als Gast, es wird jedem Richener noch in Erinnerung sein: Ernst Mosch mit seiner weltberühmten Egerländer Blaskapelle. Alle Vereine wirkten mit! Mitte der 60er Jahre formierte sich nach langjähriger Pause erstmals wieder eine Handballmannschaft. Bahnbrechend war dafür Ph. Steiner. Von einst Feldhandball wechselte man zu Hallenhandball und Kleinfeldhandball.

1968

geschichte_jahn_eichePflanzung der “Jahn-Eiche” am Sportplatz.

1969

stellte der Verein einen Antrag zum Bau eines Clubheims. In Planung war ein Anbau an das bereits vorhandene Sporthaus mit dem Ziel eine Gastwirtschaft einzurichten und damit dem Verein eine finanzielle Stütze zu geben. Im gleichen Jahr baute der Verein in Eigenleistung sein erstes Vereinsheim mit Gastwirtschaft.

Der TSV war in all den Jahren immer beispielhaft in der Pflege von Kultur im Dorf. Neben dem Theaterspiel pflegte man regelmäßig geschichte_kinderturnen_1969die weihnachtliche Kinderveranstaltung mit Krippenspiel und Märchentheater. Man lud zum Maitanz und zu Maskenbällen sowie zu Kappensitzungen ein. Weihnachtsfeiern und Sommerfeste waren fester Bestandteil im Jahresablauf. Jahresausflüge und Silvesterbälle standen immer in der Planung. Erst in späteren Jahren gestaltete man gemeinsam mit anderen Vereinen des Ortes Festivitäten.

Das volkstümliche Turnen (heute Leichtathletik), das Turnen an Geräten und Gymnastik mit Ball, Keule und Reif prägten über Jahrzehnte den Verein. Stellvertretend für die Leitung des Kinderturnens über Jahre hinweg muss man Marlene Kunkelmann (heute Lehr) erwähnen.

Marlene Kunkelmann (heute Lehr), Turnstunde im Saalbau
Marlene Kunkelmann (heute Lehr), Turnstunde im Saalbau

In die Zeit der 60er Jahre fällt auch die Gründung einer Damengymnastikabteilung. Marlene Lehr übernahm ebenso die Leitung der Übungsstunden im Saalbau. Später zog man in die Sporthalle der neuen Ernst-Reuter-Schule. Diese Gymnastikstunde wurde zum Teil von bis zu 40 Frauen besucht. Mitte der 70er Jahre erlebte der Handball mit dem Aufbau einer Damenmannschaft einen weiteren Aufschwung. Dazu wäre der Trainer Georg Arnold zu erwähnen. Mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Handball, Turnen, Gymnastik leistete der TSV Richen stets einen Beitrag zum Volkssport und hat sich auch in schwierigen Zeiten allen Aufgaben gestellt. So der 1. Vorsitzende Arndt Spallek zur 75-Jahrfeier des Vereins 1983.

1988 und 1998

wurden die beiden großen Jubiläen 80 und 90 Jahre TSV mit großen Anstrengungen gebührend gefeiert.

Über Jahre hinweg verloren die Schwerpunkte Leichtathletik und Turnen an Attraktivität. An deren Stelle entwickelte sich unter Katja Köbler die Abteilung Kindermund Jugendtanz. Etwa ab den Jahren 1973 bis in die heutige Zeit wurde durch verschiedene Vorstände die Erhaltung, Verbesserung und Erweiterung der Sportanlage vorangetrieben. Und dies zusätzlich zu der Aufrechterhaltung des Sportbetriebes in vier verschiedenen Abteilungen.

Zu den markanten Initiativen gehören:
1978 Erstellung einer Flutlichtanlage
1980 Errichtung eines Ballfangs
1981 Sanierung Sportheim (Duschen etc.)
1982 Erstellung einer Drainage Ausweichplatz
1984 Erneuerung der Elektroanlage im Sportheim
1987 Sportplatzneubau
1988 Beregnungsanlage Sportplatz
1988 Drahtzaun um das Sportgelände
1989 Verbesserung der Flutlichtanlage
1990 Errichtung einer Pergola am Sportheim
1990 Umbau der Toiletten am Sportheim
1990 Überdachung Vorraum Sportheim
1992 Renovierung Sportheim im Außenbereich
2001 Bau eines Kleinspielfeldes mit Flutlicht und Beregnung
2004 Renovierung der Gaststätte und Einbau einer Gaszentralheizung
2006 Neubau einer Großkabine mit Duschanlage

Da dies ganz erhebliche finanzielle Mittel voraussetzte (neben den erbrachten Eigenleistungen und Zuschüssen von kommunaler Seite oder den Sportverbänden) wurden innerhalb des TSV viele Aktivitäten und kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Dabei Neue ins Leben gerufen, bei denen auch die „Passiv-Mitglieder“ erheblich eingebunden wurden.

Im Zeitraum von 1976 bis z. T. in das Jubiläumsjahr reichende Veranstaltungen und Aktionen, die diese Investitionen möglich gemacht haben sind: Maskenbälle, Kindermaskenbälle, Tanz in den Mai, Fußballturniere, Jubiläum Fußballabteilung, Stadtmeisterschaften, Handballturniere, Kirchweih, Jubiläumsfest 75 Jahre TSV 1983, Fastnachtssitzungen des Kulturrings mit Beteiligung des TSV, Jubiläumsfest 80 Jahre TSV 1988, Theateraufführungen (Beginn der neuen Theatergruppe 1989), Altweiberfastnacht und Veranstaltungen wie Oktoberfeste, 1.Mai und Jugendtage.

Daran mag man erkennen, wie rege der Verein unter all seinen Vorständen, Aktiven und ehrenamtlichen Helfern über all die Jahrzehnte arbeitete. Auch die Mitgliederzahlen sind nach oben gegangen, was wiederum ein Beweis dafür ist, dass man den TSV heute als einen modernen Dienstleister im Ort und über die Grenzen des Ortes hinaus wahrnimmt. Der TSV Richen hat heute über 650 Mitglieder, von denen nahezu 400 einer aktiven, sportlichen Betätigung in den Bereichen Fußball, Tischtennis, Jugendfußball, Handball, Damengymnastik, Kinder- und Jugendtanz, Präventionssport, Sport Pro Gesundheit nachgehen.

Mit dem Motto: „TSV 08 Richen – 100 Jahre jung“ versuchen die Verantwortlichen zu verdeutlichen, dass sie alle ehrwürdigen, in hundert Jahren gewachsenen Strukturen des Vereins würdigen, ihre Traditionen pflegen und die Kraft von Erfahrungen nutzen wollen. Dass sie aber gleichzeitig, mit dem Mut zu Neuem, der schon die Gründer auszeichnete und voller frischer Ideen die vor ihnen liegenden Jahre gestalten wollen.

„… dass nichts bleibt, wie es war …“ heißt es in einem populären Song ist eigentlich eine Binsenweisheit, denn das Leben verändert sich, ob wir wollen oder nicht. Letztlich spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen auch in einem Verein wider. Sport bedeutete aber immer: Spaß, Spiel, Freude, Ehrenamt, Fitness, Gemeinschaft, Wettstreit, Siegen, Verlieren, Freundschaft und Integration.

Heute steht der Verein auf einer gesicherten Basis. In all den Jahren haben an verschiedenen „Baustellen“ Vereinsmitglieder gearbeitet, „Alte“ Hand in Hand mit „Jungen“. Der Verein ist wie vor hundert Jahren auf diese tatkräftige, ehrenamtliche Mithilfe seiner Mitglieder angewiesen. Vorstand und Geschäftsführung müssen wie vor hundert Jahren immer wieder an „Türen klopfen“ zwecks finanzieller Unterstützung, um den heutigen Anforderungen eines modernen Vereins und seiner Mitglieder gerecht zu werden. Inzwischen stehen schmucke Räumlichkeiten und ein vorbildlich gepflegtes Sportgelände mit integriertem, vereinseigenem Kinderspielplatz zum Ablauf eines optimalen Spielbetriebs und zu Festivitäten bereit. Der Verein kann mit Stolz sein 100-jähriges Bestehen feiern. Es bleibt zu wünschen, dass aus dieser Rückschau – die nicht ganz lückenlos gestaltet werden konnte – wir alle ein gemeinsames Grundverständnis schöpfen, was die Basis für eine erfolgreiche Zukunft schafft. Der Grundstock für das Gelingen kann nur in einem erfolgreichen Miteinander und der Bereitschaft eines jeden Einzelnen, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, begründet liegen.